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Da die Franz-Josefsbahn als Rückgrat des öffentlichen Verkehrs im Waldviertel im Zentrum der Aktivitäten des Verkehr- und Regionalforum Waldviertel steht, gibt es dazu heute einen SONDERnewsletter:

Zu den heute vorgestellten Maßnahmen zur Franz-Josefsbahn:
KREISSTEN DIE BERGE UND WURDEN MÄUSLEIN GEBOREN ?
HABEN SICH REGIONALPOLITIKER WIEDER MIT GLASPERLEN ABSPEISEN LASSEN?

Es wird einiges gemacht werden an der  Franz-Josefsbahn, aber im Vergleich zu Ankündigungen und Notwendigkeiten, im Vergleich zum Straßenbau, und im Vergleich mit anderen Regionen ist das konkret sehr wenig, und auch nicht fix terminisiert. Da das Waldviertel nach der Grenzöffnung vor über 25 Jahren beim Ausbau des öffentlichen Verkehrs vergleichsweise immer mehr ins Hintertreffen geriet, ja Regionalbahnen aufgelassen wurden, wäre jetzt ein Aufholprogramm notwendig gewesen.

Dadurch dass die öffentliche Verkehrsinfrastruktur  weiter um Jahrzehnte zurückbleiben wird,  wie die heute vorgestellten Maßnahmen zur Franz-Josefsbahn nahelegen,

http://www.ots.at/presseaussendung.php?schluessel=OTS_20160907_OTS0142

hat das Waldviertel wieder einen schweren Schlag durch die Landespolitik erhalten. Die großen Versprechen nach Einstellung der Regionalbahnen ernsthafte  Konzepte für die FJB zu verwirklichen sind jedenfalls mit derzeitigen Stand nicht gehalten worden.

Wenn jetzt  87 Mio € für den Ausbau der FJB in den Raum gestellt werden, ist zunächst nach dem Zeitraum dafür zu fragen; und es muss das im Verhältnis etwa zur Straßenumfahrung Zwettl gestellt werden, die allein über 150 Mio kostet. Wenn dann auch durch „Auflassung von Haltestellen“ die Fahrzeit verkürzt wird, und NICHT von einem EINstundentakt bis Gmünd die Rede ist, dann ist Vorsicht geboten.

Erstaunlich ist, dass es außer der Presseaussendung mit insgesamt vagen konkreten Angaben keine weiteren Unterlagen für die Öffentlichkeit gibt, ja es dürfte die immer groß angekündigte und jetzt wieder erwähnte Studie wahrscheinlich in einer fertigen Form noch gar nicht geben.

Der Plan bei Eggenburg auf 3 km quasi eine neue „Stichbahn“ nach Horn zu führen, mag zwar für Horn und die Kamptalbahn eine Verbesserung sein, aber es geht daran vorbei, dass öffentlicher Verkehr grundsätzlich ein verbundenes Netzwerk ist, das INSGESAMT zu verbessern ist. Einzelne „Stichbahnen“ bringen da insgesamt nur wenig, und das wenigen.

Wieder einmal ist das Waldviertel nach TEILE UND HERRSCHE ausgespielt worden: Während für Horn und Eggenburg größere Verbesserungen angekündigt werden, wird das das restliche Waldviertel bis auf weiteres mit Brösel bedient.

  • Dazu kommt, dass für Horn selbst durch die derzeitige Lage des Bahnhofs und die notwendigen Anbindungen an Busse  Schulen und Krankenhaus völlig neuen Lösungen notwendig wären.

Soweit bekannt haben sich Regionalpolitiker wieder mit Glasperlen abspeisen lassen, wollen uns diese als Gold weiterverkaufen, und es ist ihnen offenbar das eigene Ein- und Fortkommen wichtiger als eine konsequente Interessensvertretung für die Region.

Der wichtige grenzübergreifende Verkehr, der das Waldviertel aus der Randlagebringen könnte, kommt in den Maßnahmen – soweit bekannt – gar nicht vor, obgleich in Tschechien real einiges im Gange ist.

Das Verkehr- und Regionalforum Waldviertel fordert daher zunächst  die  Veröffentlichung aller Studien und Pläne zur FJB, die  Einbindung der Bevölkerung  und Möglichkeiten zur Stellungnahme.

Regionalpolitiker sollten sich für eine wesentlich schnellere und umfassendere Umsetzung von Maßnahmen einsetzen; letztlich wird nur helfen, wenn die Bevölkerung Druck für mehr Mittel für den Ausbau der öffentlichen Infrastruktur im Waldviertel macht.