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Geschichte 1990 - 1996

Thayatalbahn - Teil 1

Die Reaktivierungsversuche von 1990 bis 1996

31. 1. 1990: 3 Monate nach der Umsturzbewegung in der CSSR schrieben die Eisenbahner aus Telc einen Brief an die  Kollegen des Bahnhofes Waidhofen/Thaya, worin sie ersuchten, gemeinsame zielbewusste Initiativen zu setzen, welche zur Wiederinbetriebnahme der Strecke Slavonice – Fratres – Waidhofen/Th. führen sollten.

In der Folge kam es zu mehreren Treffen, wo nicht nur Freundschaften geschlossen, sondern auch Aktivitäten und Möglichkeiten der praktischen Durchführbarkeit des Personen- und Güterverkehrs besprochen wurden.

Im Juni 1990 gründete ich die „Interessensgemeinschaft österr./tschech. Eisenbahner“, der in den kommenden Monaten alle Eisenbahner beider Regionen (von Schwarzenau bis Telc) beitraten.

12. 12. 1990: 1. Besprechung der Interessensgemeinschaft mit den betroffenen Bürgermeistern, Politikern der Region sowie mit Arbeit- und Wirtschaftsvertretern über zielführende Aktivitäten. Das Ergebnis schickte ich am 14. 1. 1991 in Form eines „Antrages auf Wiederinbetriebnahme des Eisenbahngrenzüberganges Fratres – Slavonice“ an Verkehrsminister Rudolf Streicher, Landeshauptmann Siegfried Ludwig sowie an die ÖBB. Beigeschlossen war eine Petition, welche von allen Bürgermeistern des Bezirkes, Handels- und Arbeiterkammer, allen Politikern der Region, sowie von großen Wirtschaftsbetrieben unterschrieben war.

Reaktionen: Vom BM f. öffentl. Wirtschaft u. Verkehr und von der ÖBB kamen fast gleichlautende negative Bescheide. Landeshauptmann Ludwig versprach die Aufnahme dieses Projektes in das Landesverkehrskonzept.

Im April 1991 wurde das Verkehrswegekonzept des Landes NÖ für das Waldviertel präsentiert – die Wiederaufnahme des Personen- und Güterverkehrs auf der Strecke Schwarzenau – Slavonice war unter lfd. Nr. 63 – 66, Priorität 3 und 4, aufgenommen!

20. 2. 1991: Besuchsfahrt zu den Bürgermeistern von Salvonice, Dacice, Telc und Trest. Alle Bürgermeister waren sehr erfreut über unsere Bemühungen und sagten ihre Unterstützung zu.

11. 3. 1991: Vorladung in die ÖBB-Direktion Wien. Der ÖBB war mein Engagement um die Reaktivierung der Thayatalbahn nicht genehm.

März 1991: LAbg. Bgm. Anton Koczur führte im Bezirk Waidhofen/Th. eine Unterschriftenaktion „Für einen Bahngrenzübergang in Fratres“ durch. Neben 14.000 Waldviertlern unterschrieben zahlreiche Künstler und Politiker, wie LH Siegfried Ludwig, LH-Stv. Dr. Erwin Pröll und Staatssekretär Dr. Walter Stumvoll. Diese Unterschriftenaktion stellte sich als die am stärksten von der Bevölkerung mitgetragene Aktion heraus, die je in einer Region in Österreich durchgeführt wurde und zeigte auf, wie sehr der Bevölkerung dieser Grenzübergang am Herzen liegt.

1. Mai 1991: Politische Sensation in Waldkirchen! Gemeinsam feierte ÖVP und SPÖ (Bezirke Waidhofen/Th. und Zwettl) den 1. Mai und forderten Schulter an Schulter – die Wiederinbetriebnahme des Eisenbahngrenzüberganges Fratres-Slavonice! Landtagspräsident Mag. Franz Romeder (ÖVP), LAbg. Anton Koczur (SPÖ), LH-Stv. Ernst Höger (SPÖ), Bez.-Hauptmann von Jindrichuv Hradec (Neuhaus) Dr. Mikulecky (Bürgerforum) hielten Reden. (7000 Teilnehmer).

2. 5. 1991: Eine Waldvierteldelegation (regionale Politiker und ich als Verteter der Interessensgem. Österr.-tschech. Eisenbahner) wurde im tschechischen Verkehrsministerium in Prag empfangen. Mit den Vertretern des tschechischen Verkehrsministeriums und der CSD (Tschech.Bahn) wurde die Gründung einer gemeinsamen Kommission vereinbart, welche sämtliche Probleme aufzeigt und auch Lösungen einbringt. Den Vorsitz übernahmen LAbg. Anton Koczur und der tschech. Abgeordnete Dr. Cestmir Hofhanzl.

 


28. 5. 1991: Eine 50-köpfige Delegation aus dem Bezirk Waidhofen/Th., angeführt von LAbg. Anton Koczur, überreicht im NÖ-Landhaus die 14.000 Unterschriften an LH Siegfried Ludwig und LH-Stv. Erwin Pröll. Beide geben ihre Zusicherung, dieses Projekt mitzufinanzieren.

Anschließend symbolische Übergabe der Unterschriften an GD der ÖBB Dr. Heinrich Übleis. Der Generaldirektor verlas die ihm vorgelegte negative Stellungnahme der ÖBB zu diesem Projekt.

28. 5. 1991: Nach der Unterschriftenübergabe hatte ich noch eine Besprechung mit den Nebenbahnbearbeitern der Bundesbahndirektion Wien und der Generaldirektion der ÖBB. Beide sagten ihre Teilnahme an der 1. Kommissions-tagung zur Reaktivierung des Eisenbahnüberganges Fratres – Slavonice zu.

26. 6. 1991: 29 Teilnehmer bei der 1. Handlung dieser Kommission. Vertreter des tschech. Verkehrsministeriums, der CD, ÖBB, Bürgermeister beidseits der Grenze, durch deren Gemeindegebiet die Bahnlinie verläuft, österr. und tschech. Politiker konnte der Vorsitzende LAbg. Anton Koczur begrüssen.

Der Betriebsdirektor der CD machte der ÖBB ein interessantes Anbot: die CD würde um 12,2 Mio Kronen die Betriebsbereitschaft von Staatsgrenze bis Waldkirchen herstellen. Für die Kosten auf tschech.. Seite übernahm der Bez.Hauptmann von Iglau die Gewährleistung.

17. 7. 1991: Besprechung mit DI Vancura, Leiter des Institutes für Verkehrsentwicklung in Prag. Er erstellte in der Folge die 1. Gesamtstudie über die beabsichtigte Reaktivierung der Strecke Kostelec – Slavonice –Waidhofen/Th.

16. 9. 1991: Besuch bei der Gleisbaufirma Swietelsky in Wien. Auf mein Ersuchen, erstellte die Firma einen Kostenvoranschlag für die erforderlichen Arbeiten von Waldkirchen bis Staatsgrenze.

16. 9.  1991: Informationsgespräch mit DI Walter Brenner, Kabinettschef von BM Streicher im Verkehrsministerium. Vereinbarung über die Teilnahme eines Ministerbeauftragten für die 2. Handlung der Kommission in Telc.

20. 9. 1991: Informationsgespräch mit BM Dr. Streicher während einer Dampfzugsonderfahrt von Gmünd nach Weitra.

22. 9. 1991: Beim Bürgermeistertreffen, im Rahmen des 2. Symposiums „Grenze und Nachbarschaft“ in Dacice,  hielt ich einen Vortrag über den Stand der Bemühungen zur Wiedereröffnung der Thayatalbahn und stellte das Modell eines künftigen Bahnbetriebes zwischen Waidhofen und Slavonice vor.

23. 10. 1991: Grenzüberschreitende Kommission für Reaktivierung des Eisenbahnüberganges Fratres – Slavonice  - 2. Handlung. Telc – 33 Teilnehmer. Die tschech. Delegation präsentierte einen Beschluß, wonach sie den grenzüberschreitenden Eisenbahnbetrieb bis Waidhofen/Thaya aufnehmen könnten. Der Bezirkshauptmann von Iglau erklärte, die Finanzierung auf tschech. Seite für gesichert.

Der Nebenbahnbeauftragte der ÖBB erklärte umständlich, dass die ÖBB diesen Übergang eigentlich nicht will.

Abschließend die Bitte an die tschech. Regierungsverterter, eine offizielle Note an das BM f. öffentliche Wirtschaft u. Verkehr und an die ÖBB zu richten, um die Verhandlungen in Gang zu bringen.

29. 11. 1991: Besprechung mit tschechischen Vertretern der Interessens-gemeinschaft in Telc. Man ist bereit Österreich für die Reaktivierung der Thayatalbahn finanziell „unter die Arme“ zu greifen! 

ES SIND 2 MONATE VERGANGEN – KEINE SPUR EINER REAKTION! ÖBB UND VERKEHRSMINISTERIUM LASSEN ALLE TERMINE VERSTREICHEN – ANSCHEINEND WILL MAN DAS PROBLEM TOTSCHWEIGEN. ES GILT EINEN NEUEN ANLAUF ZU NEHMEN! 

1. 3. 1992: 2. Antrag auf Wiederinbetriebnahme des Eisenbahngrenzüberganges Fratres – Slavonice an BM Dr. Rudolf Streicher, LH Siegfried Ludwig, LH-Stv. Erwin Pröll und Ernst Höger sowie an GD Heinrich Übleis.

Reaktionen: LH Siegfried Luwig teilt bereits 7 Tage später mit, dass die Reaktivierung dieser Eisenbahnlinie künftig mit Priorität 1 im NÖ-Gesamtverkehrskonzept gereiht sein wird. LH-Stv. Pröll verspricht auf eine Lösung zu drängen.

Die Antwort des Verkehrsministers kommt über die Bundesbahndirektion Wien. Der Direktor der BBDION Wien, DI Polzer, ein vehementer Gegner unserer Reaktivierungsbemühungen, bringt seine Abneigung durch negative Übertreibungen deutlich zum Ausdruck, kann aber die positiven Bestrebungen des Landes nicht unter den Tisch kehren und macht daher den Vorschlag, das Land NÖ soll den Abschnitt Waldkirchen – Fratres – Slavonice übernehmen und eine Regionalgesellschaft gründen (er war wahrscheinlich der Meinung, damit eine unüberwindliche Hürde aufgebaut zu haben).

8. 6. 1992: Diesen Vorschlag unterbreitete ich LH-Stv. Erwin Pröll, ergänzt mit Durchführungsmöglichkeiten und künftiger Koordinierung mit tschechischen Stellen.

 


30. 6. 1992: LH-Stv. Pröll hat die Idee der zuständigen Abteilung zur Prüfung weitergeleitet.

3. 8. 1992: Die NÖ-Landeskorrespondenz greift die Idee einer Gesellschafts-gründung auf; DI Dr. Stindl (später Leiter d. NÖVOG) unterstützt in einer Aussendung die Möglichkeit eine AG für Errichtung und Betrieb dieser Bahnlinie zu gründen. 

DIESE ENTWICKLUNG MISSFIEL DEM BUNDESBAHNDIREKTOR! AUSSERDEM HATTE ICH ZU DIESER ZEIT DEN ANTRAG AUF SANIERUNG DER ZWETTLER BRÜCKE EINGEBRACHT, OBWOHL DER DIREKTOR SELBST IN EINER PRESSEAUSSENDUNG DIE BRÜCKE ALS NICHT SANIERUNGSBEDÜRFTIG BEZEICHNETE! ICH WURDE IN DIE DIREKTION WIEN ZITIERT UND MAN GAB MIR ZU VERSTEHEN, DASS ICH EIN DISZIPLINARVERFAHREN ZU ERWARTEN HÄTTE, FALLS ICH WEITER GEGEN DIE INTERESSEN DER ÖBB AGIERE!

DURCH DIE DAMALS NOCH SEHR STARKE GEWERKSCHAFT (ZENTRALSEKRETÄR GERHARD NOWAK) KONNTE DIESE GEFAHR JEDOCH ABGEWENDET WERDEN! 

2. 9. 1992: 3. Handlung der grenzüberschreitenden Kommission. Der Kommissionsvorsitzende LAbg. Koczur machte dem Land NÖ den Vorschlag die Bahnstrecke in Form einer Regionalgesellschaft zu übernehmen. Der anwesende DI Dr. Stindl unterbreitete seinerseits mehrere Finanzierungs-vorschläge. Es wurde der Beschluss zur Gründung eines eigenen Vereines („Neue Thayatalbahn“) gefasst.

13. 9. 1992: Diverse Schreiben an tschech. Ministerien und Abgeordnete zwecks Mithilfe. Die tschech. Reaktionen fielen sehr zäh aus, da die Auflösung des Parlaments und die Teilung der CSFR bevorstand.

4. 11. 1992: Konstituierende Generalversammlung des Vereines   „ N e u e       T h a y a t a l b a h n “ .   Obm. Egon Schmidt, Stv. LAbg. Anton Koczur und LAbg. Willi Sauer. Sämtliche Bürgermeister der Gemeinden an der Bahnlinie sind im Vorstand.

28. 12. 1992: Der neue Verkehrsminister KLIMA wurde schriftlich vom  Verein „Neue Thayatalbahn“ um eine Aussprache ersucht.

1. 2. 1993: Besprechung im Verkehrsministerium mit DI Brenner (Ministersekretär von BM Klima). Brenner schlägt vor, wir sollen doch Kostenvoranschläge bei tschech. Bahnbaufirmen für den Neubau der Strecke Waldkirchen – Staatsgrenze einholen.

6. 2. 1993: Der Verein NTB ersuchte das Wirtschaftsministerium in Prag  um Erstellung verbindlicher Kostenvoranschläge.

Der Verein NTB ersuchte um eine Besprechung im tschech. Verkehrsministerium.

Feber 1993: Besprechung mit der Bahnbaufirma Pilsen CD in Dacice bez. Kostenvoranschlag für Bahnbau Waldkirchen – Staatsgrenze.

23. 3. 1993: Vorstandssitzung Verein NTB = Prag-Fahrt ins tschech. Verkehrsministerium.

26. 3. 1993: Kostenvoranschlag des tschech. Bahnbautruppenkommandos traf ein (ca. 17 Mill. Schilling).

5. 4. 1993: Besprechung im tschech. Verkehrsministerium mit Min.Stv. Ing. Ivan Foltyn - das Projekt hätte die Zustimmung des tschech. Verkehrsministers. Auch die Direktion Pilsen ist einverstanden.

6. 4. 1993: Dr. Stindl – Land NÖ – wurde das „Konzept für die Reaktivierung d. Thayatalbahn“ sowie Kostenvoranschlag übermittelt.

7. 4. 1993: Kostenvoranschlag der Bahnbaufirma Pilsen CD traf ein (ca. 15,5 Mill. Schilling).

7. 4. 1993: Schreiben an BM Klima. Information über Besuch im tschech. Verkehrsministerium sowie 2 Kostenvoranschläge übermittelt.

15. 4. 1993: Bei einer Besprechung der ÖBB-Direktion Wien und der CD-Direktion Pilsen in Wien bezeichnete DI Polzer den Verein „Neue Thayatalbahn“ als Stimmungsmacher und das Projekt als >wirtschaftlich nicht notwendig< wofür >keine Mittel zur Verfügung gestellt werden<.

2. 6. 1993: Min. Klima wurde wiederum vom Verein NTB über den aktuellen Verhandlungsstand informiert und gleichzeitig zur 90-Jahr-Feier der Strecke Waidhofen/Thaya – Slavonice eingeladen.

1. 7. 1993: Besprechung im Verkehrsministerium mit DI Brenner und DI Parrer. Vereinbart wurde eine Streckenbegehung mit DI Parrer sowie die Erstellung einer Studie, in der alle Aspekte der volkswirtschaftlichen Erfordernisse sowie Kosten-Nutzen-Rechnung etc eingearbeitet werden sollen. Unterstützt wurde ich diesmal von Gewerkschaftssekretär und NR Josef Edler.

10. 7. 1993: Einladung an LH Dr. Pröll zur 90-Jahr-Feier.

27. 6. 1995: Schreiben an Verkehrsminister Strasky, Prag.

5. 8. 1993: DI Parrer vom österr. Verkehrsministerium kam zu einer Streckenbegehung nach Waldkirchen. Die beiden tschech. Firmenleiter, welche Bauangebote gelegt hatten, wurden von mir (auf Wunsch von DI Brenner) zu dieser Begehung eingeladen.

Die Streckenbegehung wurde zu einer Farce bzw. zu einem Streckenlauf – DI Parrer schaffte die 5 km Schienenstrang in 30 Minuten. Bei der anschließenden Besprechung wurden ihm von den tschech. Ingenieuren Brückenfotos dieses Streckenabschnittes vorgelegt. Er bestritt, dass diese Fotos von der Strecke sind, obwohl er 1 Stunde vorher selbst darüber gegangen (gejoggt) war. Da außerdem keine Aussage gemacht wurde, warum die tschech. Firmenleiter überhaupt eingeladen wurden, musste ich mich für das Verhalten des österr. Ministerialbeamten entschuldigen.

 


12. 9. 1993: 90-Jahr-Feier der Strecke Waidhofen/Th. – Slavonice. Es war eine eindrucksvolle Veranstaltung, obwohl von den geladenen Gästen (Bund und Land) einzig LH Pröll als Vertreter Staatssekretär Dr. Günter Stumvoll entsandte. Verkehrsministerium und ÖBB schickten keine offiziellen Vertreter. Der Verein NTB fertigte von dieser Feier einen 12-min. Film an. 

10. 1. 1994: KR Schweighofer (Schweighofer-Holzindustrie), BR Farthofer, BR Koczur und ich machten einen Lokalaugenschein in Waldkirchen und Slavonice. KR Schweighofer versprach 60.000 – 100.000 t jährlich zusätzlich zu seinen bisherigen Importen über einen Grenzübergang Fratres zu importieren.

Feber 1994: Erhebungen bei österr. Spediteuren und tschech. Firmen in der Grenzregion ergeben weitere 120.000 t jährliches Transportaufkommen über einen Grenzübergang Fratres-Slavonice.

12. 2. 1994: Schreiben an Staatspräsident Vaclav Havel.

20. 3. 1994: Antrag auf Verlagerung des Schwerverkehrs von der Straße (Bezirk Waidhofen/Th.) auf die Schiene (Thayatalbahn) an ...

Bundeskanzler Vranitzky, LH Pröll, LH-Stv.Höger, GD Draxler (ÖBB), Min. Klima.

Reaktionen: 6. 4. 1994 – LH Pröll sichert Unterstützung zu. LH-Stv. Höger = 2 Schreiben ohne Aussage. 18. 4. 1994 – Min. Klima – ablehnendes Schreiben von DI Polzer aufgesetzt.

29. 4. 1994: Vorstandssitzung und Generalversammlung des Vereines >Neue Thayatalbahn< in Thaya.

Mai 1994: Die neu gegründete NÖVOG unter DI Dr. Stindl möchte als eines der ersten Projekte, welche vom Land NÖ unterstützt werden, alle Fakten über den Grenzübergang Fratres – Slavonice durchleuchten und wenn möglich, einer Verwirklichung näher bringen.

14. 5. 1994: Einladungsschreiben an DI Vancura (Tschech. Verkehrs-entwicklungszentrum in Prag) zur Zusammenarbeit.

20. 5. 1994: Antwort von Staatspräsident Havel: Er wird sich im Rahmen seiner Möglichkeiten einsetzen; er weiß die Arbeit und Zielsetzung des Vereines NTB zu schätzen, handelt es ich doch um den Versuch, die guten nachbarschaftlichen Beziehungen zwischen Österreich und Tschechien sowie die regionale Zusammenarbeit mittel Förderung des kleinen Grenzverkehrs weiter zu ent-wickeln.

Juni 1994: Gsth. Boden – Reibers: NÖVOG beginnt mit der Untersuchung des Eisenbahngrenzüberganges Fratres-Slavonice und des gesamten Streckenabschnittes von Waldkirchen bis Martinsberg-Gutenbrunn.

1. Arbeitssitzung mit DI Knoll, DI Zubeck, DI Dr. Mann – NÖVOG,               DI Vancura – Prager-Verkehrsentw., Graf Podstatzky-Lichtenstein, mit mir noch 3 Vorstandsmitglieder des Vereines NTB.

Ab diesem Zeitpunkt gab es von Seiten der NÖVOG eigene Bestrebungen und Aktivitäten zur Reaktivierung der Thayatalbahn. Es wurde eine Unterarbeitsgruppe „Reaktivierung des Eisenbahn-Grenzüberganges Fratres-Slavonice“ unter dem  Projektleiter DI Dr. Mann gegründet. Unter seiner Leitung entstanden die Grundlagen für einen künftigen Eisenbahnbetrieb.

22. 6. 1994: Schreiben NTB an ÖBB-Aufsichtsratspräsidenten Schuster – keine Antwort.

18. 9. 1994: Schreiben an Bundespräsident Klestil.

19. 9. 1994: ÖBB (DI Polzer) bezeichnet in einer Presseaussendung den Bahnübergang Fratres als „Totgeburt“. Außerdem sei Tschechien desinteressiert.

26. 9. 1994: Antwort von Bundespräsident Klestil = er teilt die Ansicht, dass die Schiene bevorzugt werden muss. Er hat BM Klima um Prüfung und Stellungnahme ersucht.

17. 1. 1995: In einem weiteren Schreiben teilt mir der Bundespräsident mit, dass eine Machbarkeitsstudie des Verkehrsministeriums geplant ist.

10. 3. 1995: Treffen LH Dr. Erwin Pröll und dem tschech. Verkehrsminister Dr. Strasky am Grenzübergang Fratres. Beide werden vor Ort über die neueste Entwicklung von mir informiert. Demonstrativ wird vor den Medien der Wille des Landes NÖ und des tschech. Verkehrsministerium kundgetan, diesen Bahnübergang zu reaktivieren. Trotz wiederholter Verbreitung von Unwahrheiten von Seiten der ÖBB, will man gemeinsam vorgehen.

16. 3. 1995: Situationsbericht nach Grenzübergangstreffen an GD Dr. Draxler mit Ersuchen um Aussprache.

3. 4. 1995: Antwort von DI Polzer (Direktion Wien). Es sei eine Infrastruktur- und Verkehrsstudie geplant – daher eine Aussprache nicht zielführend.

15. 5. 1995: Vorstandssitzung und Generalversammlung in Thaya (Gemeindeamt). Ich wurde einstimmig wieder zum Obmann gewählt. Der Vidiofilm „90 Jahre Thayatalbahn“ wurde erstmals vorgeführt. Kritik an ÖBB und Verkehrsministerium. Die gute Zusammenarbeit mit der NÖVOG wurde hervorgehoben.

Juni 1995: Erstellung einer RESOLUTION durch NTB – unterschrieben von allen Bürgermeistern der Region und den regionalen Politikern – worin die Thayatalgemeinden den Standpunkt vertreten auch weiterhin an der Forderung einer „Reaktivierung des Eisenbahngrenzüberganges Fratres“ festzuhalten. Diese RESOLUTION wurde GD Draxler, DI Dr. Stindl und BM Mag. Klima übermittelt.

 


27. 6. 1995: Die NÖVOG lud zu einer Besprechung in Karlstein ein: „Behandlung des Grenzüberganges Fratres-Slavonice“ . Teilnehmer = österr. und tschech. Verkehrsministerium, ÖBB, CD, SUDOP Praha, ARA, NÖVOG und ich als Vertreter der NTB. Bereits zu Beginn erklärten die Tschechen, dass genug Studien vorhanden wären, sie wollen den Grenzübergang eröffnen. DI Parrer besteht auf eine neue große Studie. DI Sitter (tschech. Verkehrsministerium) der deutschen Sprache nicht mächtig, wurde von DI Parrer eine Abwertung des Treffens Pröll-Strasky in den Mund gelegt, welcher dieser zustimmte (wegen dieser Vorgangsweise erfolgte später von mir eine schriftliche Entschuldigung an das tschech. Verkehrsministerium). Die ARA versprach, die geforderte Studie bis Nov. 1995 fertigzustellen.

15. 9. 1995: Beschwerde an DI Dr. Sellner, Dir.-Stv. im tschech. Verkehrsministerium, über die „in Fragestellung“ von bisherigen Fakten durch Beamte des tschech. Verkehrsministeriums.

15. 9. 1995: Beschwerde an LH Pröll, wegen Verhandlungsstil DI Parrers.

23. 11. 1995: LH Pröll bedankte sich für das Schreiben und wies auf die neue Studie hin (Start nun Ende November 1995).

23. 11. 1995: Schreiben an EU – Regionalpolitik.

10. 12. 1995: Verkehrsminister Mag. Viktor Klima teilte mir bei einer Eisenbahn-Fachgruppentagung mit, dass die Studien bereits in Auftrag gegeben wurden – die österr. Studie zur Gänze und die tschech. Studie zum Teil vom BM für öffentl. Wirtschaft und Verkehr bezahlt würden.

18. 12. 1995: Antwort der EU –Regionalpolitik und Kohäsion: ..... die EU hofft, dass die österr. Behörden einen Weg finden werden, das für die Region zweifellos wichtige Projekt – im Rahmen von INTERREG – mitzufinanzieren.

Feber 1996: Schreiben an EU-Verkehrskommissar Neil Kinnock.

18. 4. 1996: Antwort von Neil Kinnock: u. a. .....die Kommission würde die Finanzierung dieses Projektes im Rahmen d. INTERREG-Programmes begrüßen, sollten die österr. Behörden einen Antrag dafür einreichen.

9. 5. 1996: Der neue österrr. Verkehrsminister Dr. Scholten wurde über den derzeitigen Stand aus Sicht des Vereines NTB brieflich informiert. Eine Kopie des Kinnock-Papieres beigelegt.

17. 6. 1996: Durch EU-Abgeordneten Farthofer erfuhr ich, dass BM Scholten meinen Brief nicht gesehen hat und auch nicht informiert wurde.

14. 8. 1996: Schreiben an den Direktor der tschech. Eisenbahnabtlg. im Verkehrsministerium DI Sellner: Vorschlag über Gründung einer österr.-tschech.Betreibergesellschaft.

16. 9. 1996: Antwort von Sellner: Die Bürgermeister der Region sind mit der Gründung einer gemeinsamen Betreibergesellschaft einverstanden, auch das tschech. Verkehrsministerium hat keine Einwände gegen eine derartige Gesellschaft. Detailbesprechung am 8. 10. in St. Pölten.

8. 10. 1996: 1. Sitzung der Unterarbeitsgruppe „Reaktivierung des Eisenbahn-Grenzüberganges Fratres-Slavonice“ im Sitzungszimmer der NÖVOG in St. Pölten. Die Grundlage dieser Sitzung bildete die millionenschwere Feasibility Studie „Eisenbahn-Grenzübergang Fratres-Slavonice“ (Stand Juni 1996) zum Großteil vom österr. Verkehrsministerium finanziert. Alle österr. und tschech.. Verantwortungsträger waren vertreten. Der Projektleiter DI Dr. Mann versicherte mir später, dass er in den letzen Jahren keine Mühe und Aufwendungen gescheut hätte um alle erforderlichen Unterlagen für eine Entscheidungsfindung beizubringen! Trotzdem ....... das zuständige Ministerium wollte nicht! Und so verlangte der Vertreter des Verkehrsministeriums, DI Parrer, weitere umfangreiche Untersuchungen (obwohl er   v o r   der Erstellung, der von seinem Ministerium bezahlten Studie, diese Materie ja mituntersuchen hätte lassen können). Da die NÖVOG erkannte, dass das Verkehrsministerium mit dieser Vorgangsweise dieses Projekt zum Scheitern bringen wollte, setzte sie keine weitere Besprechung zu diesem Thema an und diese 1. Sitzung der Unterarbeitsgruppe war gleichzeitig die letzte. In einem Begleitschreiben zum Protokoll erklärte die NÖVOG offiziell das Ende ihrer 3-jährigen Bemühungen um eine Wiederaufnahme des grenzüberschreitenden Verkehrs auf dieser Bahnlinie. Die NÖVOG beendete hiermit vorläufig ihr Engagement für die Thayatalbahn, ersuchte mich aber, im Rahmen des Vereins „Neue Thayatalbahn“, die Bemühungen um die Reaktivierung fortzusetzen. Der Projektleiter DI Dr. Mann, unterstützte noch einige Zeit diese Bemühungen,  verließ aber bald darauf die NÖVOG.

14. 11. 1996: Vorstandssitzung und Jahreshauptversammlung in Schwarzenau – Bahnhofsrestauration. Bericht über die positiven Signale von Seiten der EU, sowie vom Scheitern der Bemühungen des Landes NÖ bei der 1. Sitzung, der von ihr gegründeten Unterarbeitsgruppe am 8. 10. 96, sowie von den neuen Forderungen des Bundes 1. der Fixierung eines Betreibermodells und 2. eine Sicherstellung für 20 % Refundierung der Gesamtinvestitionskosten.

Landtagspräsident Anton Koczur hat sich bereit erklärt weitere Koordinierungs-gespräche einzuleiten. Von den anwesenden Mitgliedern wurde der fehlende Einsatz von Seiten der Gemeinden kritisiert. 

AM 25. 11. 1996 BEGANN EIN SCHRIFTVERKEHR ZWISCHEN LH PRÖLL UND DEM BM F. VERKEHR DER BIS 26. 4. 1999 DAUERTE, WOBEI JEDE SEITE JE 2 BRIEFE SCHRIEB, SICH AN DER SACHLAGE JEDOCH NICHTS ÄNDERTE!

25. 11. 1996: 1. Brief LH Pröll an  BM Scholten. Nach der gescheiterten Konferenz in St. Pölten beschrieb, auf Initiative von DI Dr. Mann, der Landeshauptmann nochmals die gemeinsam erarbeiteten Fakten und wies auf  eine 20%ige Investitionsbeteiligung des Landes auf Grundlage des bestehenden Infrastrukturvertrages hin.